Geschichte
1998
Robin Haefs und Rainer Scheerer treffen sich und reden über Musik.
Sie sind beide überzeugt davon, ernsthafte Musiker zu sein und produzieren die ersten gemeinsamen Tracks mit geliehenem Equipment.
1999
Die Studio-Sessions werden regelmäßiger, das erste eigene Equipment wird gekauft. Ohne die geringste Ahnung von garnichts entsteht mit einem Dritten die Idee, ein eigenes Label zu gründen (‘Plastikfolien Records’).
2000
Springstoff wird geboren. Robin hat die grandiose Idee, ein ‘Rap-Unterlabel’ von ‘Plastikfolien Records’ zu gründen: ‘Plastik-Sprengstoff’. Rainer macht aus dem ‘e’ ein ‘i’ und Robin streicht das ‘Plastik’ durch.
2001
Die erste Webseite geht online. Springstoff ist stolz auf seine vier User täglich und vermeidet es, selbst die Website zu besuchen, um die Statistik nicht zu verfälschen.
Die ‘Stelzbokk Demo EP’ von Mad Maks wird mit einer kaum zu fassenden Auflage von 30 Stück auf handbeschrifteten Rohlingen ‘releast’. Robin unternimmt in diesem Zuge erste Gehversuche in Sachen Cover-Design.
2002
Robin lernt Djorkaeff (heute gefragter Rap-Produzent) kennen und organisiert den ersten Teil des ‘Kacke am Dampfen’-Samplers. Die Rohlinge werden nicht mehr per Hand beschriftet, sondern gestempelt! Ein Track der CD schafft es bis ins Radio und ist somit Springstoffs erstes Airplay.
Es folgt der erste Auftritt auf einer Wiese in Battenberg vor 30 Leuten und Rainer produziert eine Akustik-EP mit Downer (Grunge). Es wird zum ersten Mal richtig Kohle verdient und zwar mit Jingles für brandenburgische Großraum-Discos.
Die zweite Version der Springstoff-Webseite inklusive Shop und Forum geht online und wird es später ohne Promotion auf über 250 User pro Tag bringen. Springstoff ist ‘Zu Kunst Musik’.
2003
Der zweite Teil des ‘Kacke am Dampfen’-Samplers wird ein kleiner Untergrund-Erfolg. Im Rahmen der Veröffentlichung organisiert Springstoff die erste eigene Jam und schafft es dabei, alle damaligen Mitglieder, die in ganz Deutschland verstreut leben, zusammen auf eine Bühne zu kriegen.
Springstoff ist mittlerweile auf insgesamt 20 Mitstreiter angewachsen, die in den Bereichen Rap, Grunge, Rock, Elektro, Mastering, Design, Kurzfilm, Fotografie, Malerei, Objektkunst und Organisation tätig sind. Wegen gegensätzlicher Vorstellungen trennt sich Springstoff jedoch im Laufe des Jahres von einem Teil seiner Mitglieder.
Unsere Artists treten in Berlin vor Jeru the Damaja und in Wernigerode vor 5000 Menschen auf. Außerdem absolvieren sie Gigs in Berlin, Köln, Bonn und Mannheim.
Springstoff produziert jetzt professionell und regelmäßig Radiospots für die Berliner Kulturbrauerei und T-Shirts mit eigenem Plotter-System. Das Wort ‘Springstoff’ wird markenrechtlich patentiert, CDs werden ab sofort gepresst.
2004
Springstoff bekommt einen Firmen-Status, einen Label-Code, eine Steuerberaterin und eine neue Website. Wir teilen uns in vier Bereiche: Rap, Rock, Service und Community.
Die Mitglieder-Zahl ist weiter geschrumpft um den Einzelnen besser zu pushen und sich weiter zu spezialisieren. Mad Maks, Chrizzow Flex, Sookee und BierPimp werden von uns im Rap-Bereich unterstützt und die Band Colored n’ Blind nimmt in unserem Studio ihre Rock-Platte auf.
Robin beginnt nach 15 Jahren Autodidaktik sein Creative Media-Studium an der SAE Berlin.
2005
Springstoff spezialisiert sich weiter und lagert die Label-Arbeit aus. Der Rap-Bereich bekommt sein eigenes Gesicht und agiert ab sofort unter dem Namen ‘Profi Rap’. Die gleichnamige Partyreihe wird erfolgreich von uns gestartet, während die Rock-Sparte bis auf weiteres auf Eis gelegt wird.
Die Firma erhält ein neues Corporate Design, welches die Logo-Idee der ersten Webseite aufgreift. Der neue Untertitel lautet ‘spreading media’ und steht für unsere auffälligen, sich ausbreitenden Produktionen. Wir konzentrieren uns auf die Gebiete Audio-Mischung und -Mastering, Werbejingle-Produktion sowie Internet- und Cover-Design.
2006
Anfang des Jahres bringen wir Sookees Debut-Album ‘Kopf Herz Arsch’ auf den Markt, zum ersten Mal erhalten wir dabei Unterstützung durch einen Vertriebsdeal mit Rough Trade. Im Rahmen der CD-Promotion drehen wir endlich ein halbwegs professionelles Video und ziehen ein kleines, aber feines Klamotten-Sponsoring an Land. Sookee strahlt von der Titelseite des Wiener Stadtmagazins ‘City’ und knackt zusammen mit der Vokalrunde den ersten Platz der ‘Fritz 20 plus 1’-Charts.
Zum Ende des Jahres machen Mad Maks, BierPimp und Sookee die Stadt mit extrem vielen Auftritten unsicher, darunter auch der legendäre Gig beim Jamsession-Vorentscheid in Berlin mit einem nackten Fan. Den Contest gewinnen wir selbstverständlich.
Unsere wichtigsten CDs sind mittlerweile alle bei iTunes und anderen Musikbörsen zu finden erhältlich. Das Portal ‘Springstoff City’ wird gelauncht.
Robin fasst Fuß im Film-Business und bereichert zwei Filme und eine Serie mit grafischen Requisiten und programmierten Einspielern. Außerdem gewinnt sein ‘Las Vegas’-Video beim Jugendvideopreis.
2007
Unsere MCs gewinnen auch das Halbfinale Ost der Jamsession-Reihe und ziehen damit ins Finale nach Köln, wo sie leider keinen Blumentopf gewinnen können. Danach legen Springstoff, Sookee und der Teufel einen kleinen Walzer aufs Parkett und produzieren zwei Songs für eine Werbekampagne gegen Krebs.
Robin studiert sich einen Wolf und schreibt seine Abschlussarbeit zum Thema ‘Rapucation. Vermittlung von Unterrichtsinhalten durch Rapmusik’. Dazu produziert er mit Beatzarre authentische Rapsongs, in die hinterfotzig Schulwissen eingestreut wird. Er schließt sein Studium mit 1,0 ab und wird reich. Die Rapucation-Webseite geht online.
2008
Der Rapucation-Presserummel geht los. Wir absolvieren einen unglaublichen Interview-Marathon mit einem Großteil der relevanten Tagesszeitungen, jeder Menge Radiostationen und zwei Fernsehsendern. Ein Highlight ist die Ernennung von Rapucation zum ‘Wort des Tages’ bei SPIEGEL online. Die dem Projekt zugrundeliegende Abschlussarbeit erscheint als reguläre Buchveröffentlichung.
Außerdem tritt Rapucation als erste Rapgruppe überhaupt bei der ‘Langen Nacht der Wissenschaften’ auf. Als Krönung werden wir später vom ‘Rat für nachhaltige Entwicklung’ ausgezeichnet und performen vor der Bundeskanzlerin.
In Sachen ‘normaler’ Rapmusik bekommt Mad Maks seine erste Tagesrotation im Radio und tritt mit Profi Rap in einem Dönerladen auf. Rainer beginnt mit der Produktion von Hörbüchern und der Springstoff-Podcast-Reihe, die auf unserem neuen Blog zu finden ist.
Last but not least feiern wir auch noch 10 Jahre Springstoff mit einer geilen Party, bei der jeder seine drei Lieblingssongs mitbringen musste.
2009
Wir geben langsam den ursprünglichen Rapucation-Plan auf, mit einem Schulbuchverlag zusammenzuarbeiten, produzieren dafür drei Auftragssongs zu den Themen nachhaltiger Konsum, Universität und Berliner Zusammenhalt. Der Presserummel bleibt konstant, auch das Russische Fernsehen hat Lunte gerochen. Erwähnt werden muss auch der wirklich gut gemachte Galileo-Beitrag über uns.
Mad Maks releast sein zweites Album ‘Halleluja Berlin’ und produziert in diesem Rahmen jede Menge Videos zum Thema Adbusting, seiner zweiten Leidenschaft. Es folgt die wirklich großartige Releaseparty mit Live-Band, für die anderthalb Jahre geprobt wurde.
Nach Interviews, Auftritten, Grafik-Jobs für Hollywood und persönlichem Scheiß sagen Robins Körper und Geist erstmal auf wiedersehen und lassen das Ende des Jahres ruhig ausklingen. Neue Ideen und Aufgaben müssen her.
Rainer zeigt sich gänzlich unbeeindruckt davon und produziert fleißig Hörbücher, mastert Alben und feilt nicht zuletzt an seiner eigentlichen Karriere als Opernsänger, die bei einem Fernsehauftritt für den Gewerkschaftsbund ihren diesjährigen Höhepunkt findet.


